WG-Auflösung: So läuft das ab, ohne dass es eskaliert
Die WG läuft aus. Und plötzlich ist alles kompliziert.
Es war schön. Wirklich. Aber jetzt zieht einer aus, dann der nächste, und plötzlich sitzt du vor der Frage: Wer nimmt den Ikea-Tisch mit, den wir uns alle fünf halbwegs geteilt haben? Wer hat eigentlich das Sofa gezahlt? Und wer putzt die Küche, in der seit drei Monaten niemand mehr richtig aufgeräumt hat?
WG-Auflösungen sind logistisch und emotional eine eigene Sportart. Hier ist, was du wissen musst.
Zuerst: Klär das frühzeitig
Der größte Fehler bei WG-Auflösungen: zu spät reden. Du weißt seit 3 Monaten, dass du ausziehst – aber sagst nichts, weil's unangenehm ist. Dann ist plötzlich ein Monat vor dem Auszug und niemand hat sich um Nachmieter, Rückgabe oder Möbel gekümmert.
Faustregel: Sobald du weißt, dass du ausziehst, kommunizier's. Auch wenn's noch 4 Monate hin ist.
Wer nimmt was?
In einer WG gibt es immer drei Kategorien von Gegenständen:
- Dein Zeug: Dein Schreibtisch, dein Bett, deine Klamotten, dein Laptop. Klar.
- Gemeinsames Zeug, das jemand bezahlt hat: Das große Sofa, das Max gekauft hat. Den Grill, den Lena mitgebracht hat. Hier gilt: Wer's gezahlt hat, nimmt's mit – oder bekommt den Anteil erstattet.
- Keiner-weiß-mehr-wessen-Zeug: Die Pfannen, die Tassen, das Handtuch in Bad 2. Hier empfiehlt sich eine kurze Runde: „Wer will das haben?“ Wenn keiner es will, Sperrgut oder Tafel.
Macht das am besten als kurzes Meeting, nicht per WhatsApp-Sprachnachricht in einer Gruppe, in der schon seit Wochen keiner mehr antwortet.
Beiladung: Der unterschätzte WG-Hack
Du hast nur ein paar Kartons, ein Bett, einen Schrank und einen IKEA-Sessel? Du brauchst keinen ganzen LKW. Eine Beiladung bedeutet: Dein Zeug fährt auf derselben Route mit wie das Inventar eines anderen Kunden. Günstiger, lässt sich oft auch kurzfristiger buchen, und du sparst dir den Stress, Freunde für einen halbvollen Transporter zu überreden.
Ideal wenn du: wenig Zeug hast, nicht exakt auf eine Stunde fixiert bist und in eine andere Stadt ziehst.
Der Kühlschrank-Moment
Jede WG-Auflösung hat einen Kühlschrank-Moment. Das ist der Punkt, an dem man feststellt, dass im Gefrierfach noch Jägersouce von 2022 ist, eine Tiefkühlpizza, die niemandem gehört, und eine beschriftete Tupperdose von jemandem, der schon vor einem Jahr ausgezogen ist.
Zwei Wochen vor Auszug: Kühlschrank leeren. Restvorräte aufbrauchen. Nicht transportieren.
Die Wohnungsübergabe – das wichtigste Kapitel
Wer im Hauptmietvertrag steht, haftet für den Zustand der Wohnung. Falls das du bist: Nimm das sehr ernst.
Checkliste für die Übergabe:
- Alle Räume besenrein (nicht putzsauber – aber frei von Müll und offensichtlichem Dreck)
- Alle Schlüssel zurück (auch die duplizierten, auch den, den Jonas „verloren“ hat)
- Zählerstände Strom und Gas notieren, mit Foto
- Übergabeprotokoll: jedes Problem schriftlich festhalten und unterschreiben lassen
- Schmälere Löcher und Dübel: je nach Mietvertrag selbst spachteln oder nicht – vorab klären
Strom und Internet: Wer kündigt was?
Wenn ihr gemeinsame Verträge hattet (passiert öfter als man denkt): Klär rechtzeitig, wer kündigt. Internet-Kündigungsfristen sind oft 1 Monat, manchmal 3. Wenn der Vertrag auf deinen Namen läuft und du vergisst zu kündigen, zahlst du weiter – auch wenn du längst weg bist.
Und wenn der Fernumzug ansteht?
Viele WG-Auflösungen passieren, weil jemand in eine andere Stadt zieht – neuer Job, Masterstudium, Neustart. Wenn du 200+ km wegziehst und nur WG-Zimmer-Inventar hast, ist eine Beiladung fast immer die beste Option. Kein ganzer LKW nötig, Günstiger als du denkst, stressfreier als ein vollgepacktes Auto mit drei Fahrten.
Wir machen das täglich. Sag uns wohin, wir sagen dir den Preis.